Die Junge Gemeinde (JG) Angermünde beschäftigt sich seit gut einem halben Jahr im Rahmen des Projekts „Zeitensprünge“ des Landesjugendrings Brandenburg mit nationalsozialistischen Verbrechen hier in der Uckermark. In diesem Zuge ist die JG verschiedenen Fällen von „Verbotener Liebe“ nachgegangen – das waren Liebesbeziehungen, die es so nicht hatte geben sollen, und die häufig ein schreckliches Ende nahmen. Durch die Beschäftigung mit solchen Fällen ist die JG auch in Zichow gelandet. Dort hat es ein Außenlager des KZ Ravensbrück gegeben. Das ist heute kaum bekannt. Zudem liegt auf dem Friedhof in Zichow ein Zwangsarbeiter aus Polen begraben. An ihn erinnert heute nichts, außer die Erinnerung eines älteren Dorfbewohners.

Um an die Verbrechen, die an diesem Ort geschehen sind zu erinnern, beschloss die JG Angermünde eine Andacht in der Zichower Kirche zu feiern. Diese recht improvisierte Andacht, am 10.11.2022, wurde von Pfarrer Jonathan Schmidt geleitet, von einem Teil von Doppellkeks musikalisch unterstützt, und von zahlreichen Bewohnern Zichows und Umgebung besucht. Die Andacht beschäftigte sich vor allem mit den Verboten und Zwängen, die zu dieser Zeit von den Nazis auferlegt wurden. Aber ihr Ziel war es die Gesellschaft darauf aufmerksam zu machen, dass Vergessen keine Lösung ist. Dieses Ziel wurde durchaus erfüllt, denn am folgendem Samstag, dem 12.11.2022, besuchte die JG Angermünde die Jugendgeschichtsmesse in Potsdam, um dort die Ergebnisse ihres Projekts vorzustellen.

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